Advent verpennt?

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…“

Während die zweite Kerze des Adventskranz` versucht, den Vorsprung der Ersten einzuholen, stelle ich erschrocken fest, dass mich die Zeit in meiner Monatswahrnehmung schon lange überholt hat.
Obwohl es für mich noch Oktober sein könnte, stapft der Dezember bereits in großen Schritten Richtung Heiligabend davon und ich habe keine Ahnung, wie ich diesen Vorsprung noch einholen soll.
Wie jedes Jahr scheint mir der letzte Monat des Jahres der Kürzeste zu sein und der Alltag rast mit gedrückter Vorspultaste vorwärts, während ich der ersehnten Weihnachtsstimmung vollkommen emotionslos gegenüberstehe.
Die Wohnung ist dekoriert, die ersten Geschenke besorgt und verpackt, Plätzchen gebacken, die ersten Schneeflocken gefallen, „Last Christmas“ und Co auf Dauerrepeat angehört.
Und doch fühlt es sich nicht „weihnachtlich“ an.

In solchen Momenten vermisse ich die kindlich-aufgeregte unbändige Vorfreude.
Wenn sich ein Tag unendlich anfühlt und man es kaum erwarten kann, endlich ein weiteres Türchen des Adventskalender öffnen zu dürfen und wieder ein Tag näher am heißersehnten Weihnachtsfest zu sein.
Heute komme ich mit dem Öffnen der Adventskalender-Türchen gar nicht mehr hinterher.
Mein aktueller Rückstand beträgt schätzungsweise 4 Tage.

Die besondere Zeit, in der man, umgeben vom Duft nach Tannen, Glühwein und Lebkuchen, flackerndem Kerzenschein und bunten Lichtern versucht gegen den grauen Alltag anzukämpfen, wird immer mehr vom Abarbeiten der to-do Listen überlagert. Seit der bitteren Erkenntnis, dass weder Weihnachtsmann noch Christkind existieren, hat Weihnachten seinen Zauber verloren und ist oft nur ein Fest, dass uns mehr Stress als Freude beschert.

Die Zeit der Besinnlichkeit und Ruhe wird immer häufiger abgelöst von der gehetzten Jagd nach Geschenken, gestressten Weihnachtsvorbereitungen, pflichtbewussten Weihnachtsfeier-Besuchen und dem zum Scheitern verurteilten Versuch, alle Freunde und Bekannte zu treffen, noch bevor das Jahr vorüber ist.
Zwischendrin warten die üblichen Verpflichtungen des Alltags darauf, brav von uns erfüllt zu werden.

Doch HALT!
Es liegt an uns selbst, ob wir uns von dem allgegenwärtigen Stress mitreißen lassen oder ob wir uns entscheiden, ganz bewusst nur die Hälfte zu erledigen und dafür mit ganzem Herzen dabei zu sein.

Und das Gute daran ist, es bleiben uns noch 16 Tage übrig, um zur weihnachtlichen Magie zurückzufinden und etwas von dem Kind in uns aufzuwecken.

In diesem Sinne öffne ich jetzt meine aufgesparten Türchen und freue mich dumm und dämlich über die ganze Schokolade, die ich nun auf einmal verputzen darf.

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