Vergammelt

Was ein Tag..
Er begann damit, dass ich ewig geschlafen und nach dem Aufwachen lange im Bett gelegen und gelesen hab.

Nach einem Nickerchen im Anschluss hab ich mich schließlich mit Müh und Not aus dem Schlafzimmer heraus und zum einkaufen geschleppt, in der Hoffnung mit in Gang gekommenem Kreislauf den nötigen Antrieb zu finden, um Einiges zu erledigen.
Daraus wurde nix.

Den kompletten Tag habe ich mit meiner Bettdecke auf der Couch verbracht und mich vom Fernseher berieseln lassen.

Der Tag und die Zeit raste an mir vorbei.
Die Frage, die ich mir in solchen Momenten stelle, ist, ob ein solcher Tag, an dem man sich in Faulheit und wohligem Nichtstun suhlt, ein verlorener Tag ist oder man sich einfach widerstandslos dem hingegeben sollte, was man gerade am dringendsten braucht:
Dem Schwelgen in der Stand-by-Laune und dem Bedürfnis nach Ruhe und einem ausgeschalteten Hirn.

Anstatt solche unverplanten Tage entspannt zu genießen, plagt mich das schlechte Gewissen und widerspricht meinem Hirn und dessen Wunsch nach einer Denkpause.
„Das ist verschenkte Zeit, was du da tust“ flüstert es permanent aus dem Hintergrund.
„Wenn schon gammeln, dann mit Leib UND Seele“ kontere ich. „Wenn der Körper eine Auszeit braucht, sollte man den Geist daran teilhaben lassen.“

Leichter gesagt als getan.
Es war ein hartes Stück Arbeit, mein Gewissen von der Richtigkeit meines aktiv-passiven Vorhabens zu überzeugen.

Aber ich habe es geschafft, auch wenn es ein unglaublich anstrengendes, zeitintensives Gerangel war und ich morgen dringend einen Tag brauche, an dem ich mich erhole und absolut NICHTS tue.

Vielleicht habe ich ja aus diesem ruhelos-angespannten Entspannungs-Versuch gelernt und genieße in Zukunft sofort, ohne Gewissensbisse und verdrehtes Pflichtgefühl einen Tag ohne Termine und To-do Listen-Marathon.

Denn die frei gewählte Gestaltung des Tages zu hinterfragen und nicht einfach zu genießen, das ist verschenkte Zeit.

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3 Antworten zu “Vergammelt

  1. Mir gehts oft genauso. Ich nehme mir einiges vor und verbringe den Tag dann gänzlich oder größtenteils gammelnd, ohne diese Auszeit wirklich zu würdigen. Vielleicht sollte man die Auszeiten bewusst einplanen? Aber irgendwie fällt es schwer..

  2. Oh ja… Du sprichst mir aus der Seele.
    Auch ich kann das dann immer schlecht mit meinem Gewissen vereinbaren und der Kampf mit mir selber (es zuzulassen – oder eben nicht) ist dann sogar anstrengender, als wenn ich was-weiß-ich-alles-getan hätte.
    Genauer gesagt, ging es mir erst gestern so… Aber egal… Vorbei! :-)

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