Schickes Schicksal

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Nachdem meine Ankunft im Krankenhaus nun eine Woche her ist und ich seit meiner Entlassung ein wenig Alltagsluft schnuppern und zur Ruhe kommen konnte, hat heute die Verarbeitung der Geschehnisse begonnen.

Langsam realisiere ich, was in der vergangenen Woche passiert ist und mir wird die Bedeutung der Diagnose ebenso bewusst, wie das Glück das ich hatte, dass bisher nichts Schlimmeres passiert ist.

Glück.
Etwas das für mich nicht selbstverständlich, aber durchaus geradezu alltäglich war.

Ich war stets relativ sorglos, habe, angetrieben vom jugendlichen Leichtsinn und einer naiven Unbeschwertheit, die Dinge einfach auf mich zukommen lassen und war in der Regel erfolgreich.

Deswegen habe ich mich oft selbst als Glückskind bezeichnet.
Umgeben von glücklichen Fügungen und einem wohlgesinnten Schicksal.

Was die Bedeutung und den Glauben an das Schicksal angeht, gehen die Meinungen natürlich meilenweit auseinander.
Ich bin der Meinung, dass unsere Grundwege feststehen und sich nicht beeinflussen lassen.

Vor allem aber war ich bisher immer überzeugt, dass ich mindestens 90 werde und meinen Enkeln spannende Geschichten aus meinem wunderbaren und aufregenden Leben erzählen kann.

An diese Einstellung musste ich mich in den letzten Tagen ganz bewusst erinnern, wenn die unbekannte Sorge und Erschütterung dieser Überzeugung Besitz von meinem Optimismus und Vertrauen ergreifen wollte.

Mein Mantra ist, dass Alles so kommt, wie es kommen soll und sich die Ereignisse und Erfahrungen wie Puzzleteile zusammensetzen bis das Puzzle schließlich fertig ist.
Ich glaube dass alles, was passiert, einen Sinn hat, auch wenn man diesen nicht immer sofort erkennen kann oder auch dessen Existenz gar nicht für möglich hält.
Selbst negative Erfahrungen haben mir immer etwas Positives mitgebracht, denn sie waren notwendig, um zu einer anderen Phase, Perspektive oder Entwicklung zu kommen.
Früher oder später zeigt sich, wofür ein Ereignis, ein Erlebnis oder eine Erfahrung gut waren.

Diese Philosophie hilft mir jetzt, mit der Ungewissheit umzugehen und zu akzeptieren, dass es ist, wie es ist.
Vor allem dient sie mir, mich selbst daran zu erinnern, dass ich es so oder so nicht ändern kann.

Ich sollte wie bisher darauf vertrauen, dass ich auch weiterhin ein Glückskind bin und dass ich mit 91 zufrieden in meinem Lehnstuhl sitze und meinen Enkeln spannende Geschichten aus meinem wunderbaren und aufregenden Leben erzählen kann.

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