Von Machern und Träumern

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Es gibt solche und solche.

Die Einen machen einfach worauf sie Lust haben und was ihnen durch den Kopf geht, egal wie verrückt es auch sein und was es an Konsequenzen mit sich bringen mag.

Die Anderen träumen von verrückten Dingen, von der großen Freiheit, de wahren (Er-)Leben und finden sich tagtäglich wieder als Gefangene im System aus dem Bedürfnis nach Sicherheit, falschem Pflichtbewusstsein, liebgewonnenem Komfort, Angst und Bequemlichkeit.
Die „Alles-haben-Woller“, denen es an der Bereitschaft fehlt, etwas auf- bzw. abzugeben.

Ich gehöre zu dieser zweiten Kategorie und träume davon, in die sagenumwoben-geheimnisvolle, alles versprechende Gruppe hereinzukommen.

Was ich dafür tue?!?
Nichts.

Außer warten.
Auf DEN Moment.
Auf DIE Gelegenheit.
Auf das sichere Gefühl, dass ich jetzt etwas wagen kann, ohne etwas zu verlieren.

Wie ein Junkie komme ich nicht los von der „living just a normal life“-Droge, die mich vollkommen einlullt und in ihrer illusorischen Welt mit festem Griff gefangen hält.
Wie ein Zombie, der zwar nicht tot, aber auch nicht richtig lebendig ist.

Die Macher hingegen sprühen vor Lebendigkeit.
Menschen, die für etwas brennen, ihre Leidenschaft leben und bereit sind, alles einzusetzen, um ihre Träume zu verwirklichen, inspirieren und begeistern mich immer wieder.

Ein, wenn auch nicht ganz typisches und gesellschaftskonformes Beispiel ist Andreas Baader.
In der Verfilmung „Der Baader-Meinhof-Komplex“ gibt es eine Szene, in der die Gruppe ihr weiteres Vorgehen diskutiert.
Andreas Baaders Antwort auf Ulrike Meinhofs träumerisch-unrebellische Frage „Wie machen wir das?“ lautet:
„Was soll diese bourgeoise Scheiße?!?wir MACHEN es einfach.“

Gesagt-getan.

Es gibt endlos viele faszinierende, interessante und auch schockierende Persönlichkeiten, die mit ihren kleinen und großen Taten und dem Folgen des Impuls‘
„Ich mache es einfach!“
in die Geschichte eingegangen sind oder zumindest wahre Geschichten zu erzählen haben.

Allerdings muss ich mich selbst daran erinnern: es muss nicht immer das ganz große Feuerwerk sein.
Manchmal reicht schon ein Funke, um sich lebendig zu fühlen.
Und wenn man lieber am Lagerfeuer sitzt, anstatt an einem Vulkankrater klettern zu gehen, sollte man sich am Lagerfeuer sitzend lieber die Geschichten der Vulkankletterer anhören.

Ich möchte nicht zwangsläufig in die Geschichte eingehen, aber ich möchte, dass meine Träume zu wahren Geschichten werden.
Zumindest der Teil meiner Träume, der mit meiner Persönlichkeit vereinbar und somit machbar ist.
Es gibt nämlich auch jenen Teil der Träume, von dem es schöner ist, nur zu träumen.
Denn manchmal sind Träume so perfekt, dass die Realität nicht im Geringsten daran heran kommen kann.

Und damit melde ich mich aus einer wochenlangen Abstinenz, begleitet von „was/wann/wie/warum schreibe ich“-Gedanken, zurück mit den Worten:

„Ich schreibe einfach…“

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10 Antworten zu “Von Machern und Träumern

  1. Welch eine Anklage, die du da an dich selbst anrichtest. Aber man ist doch nie nur ein Träumer, sonst würde man das Bett nicht verlassen und man ist auch nie nur ein Macher, sonst fehlten die Träume, die man zu Taten machen kann.

  2. Schöner Artikel. Kann Deine Empfindungen wirklich nachfühlen. Und der Moriz Bleibtreu ist genial in der Rolle. Möchte nicht etwas Bleibtreu sein?! ;) Ich traue mir auch vieles nicht zu, aus den obengenannten Günden. Mist, oder?

  3. Nina Ryschawy

    Ein wunderbarer Artikel, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Ich denke…das wird in meinen heutigen Blogpost einfließen…Danke!

  4. Pingback: 365-Tage-Projekt Tag #011 (Träume umsetzen) | Nina Ryschawy

  5. ja, diesen ersten Schritt, manchmal ist er ganz leicht und manchmal liegen Berge dazwischen. Es ist so wunderbar, wenn Träume wahr werden……. da haben wir immer wieder neu einen Motor, eine Verlockung hinein ins Leben.

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