Wie zum Teufel geht das denn nun mit dieser Meditation?

„Atme tiiiiiiiief ein.. Konzentriere dich auf deine Atmung, spüre wie sich deine Bauchdecke bei jedem Ein-und Ausatmen langsam hebt und senkt und lenke deine Aufmerksamkeit auf die Energie, die du mit jedem Atemzug aufnimmst…“

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Ich muss unbedingt Brot kaufen und meine Mutter anrufen.. Ach verdammt zur Post muss ich ja auch noch. Hat die überhaupt noch auf? Ich könnte ja, – ach verdammt, AAATMEN..
Ich konzentriere mich wieder auf die Stimme, die mir erklärt wie ich atmen soll: „Einatmen und ausat..“ Ooooooh, Kartoffeln muss ich ja auch noch besorgen, weil ich L. versprochen habe einen Salat für seinen Geburtstag zu machen.
Krass, das ist ja auch schon wieder bald und – ach verdammte Scheiße, schon wieder!
Wo sind wir denn grade, ein-oder ausatmen?
Nein, STOPP, das wird so nichts.

Genervt, frustriert und resigniert quäle ich mich aus der unbequemen Meditationsposition auf. Mein eingeschlafenes Bein antwortet sofort – verärgert über die abrupte Weckmethode- mit kribbelnd-pieksender Taubheit.
Zum Player humpelnd mache ich wütend die „Meditation für Anfänger“- CD aus.
Anfänger?!? Ja klar..
Ich nehme die Hülle in die Hand, starre auf die strahlenden Menschen auf dem Cover und rechne mit dem Titel:
„Meditation für Fortgeschrittene -das ideale Programm für diejenigen, die kurz vor der Erleuchtung stehen“.
Stattdessen lese ich „Schääätzchen, atmen. Du sollst einfach nur atmen, so schwer kann das doch nun wirklich nicht sein!“
„Leck mich!!!“, denke ich mir, werfe die Hülle mit den hämisch grinsenden Visagen in die nächste Ecke, gehe in die Küche und mache mir einen Yogi-Tee.

Was zur Hölle ist denn nur so schwierig an diesem Meditationsding, das doch angeblich so gut tun und für mehr Ausgeglichenheit und Zufriedenheit sorgen soll?

„Es ist ein Lernprozess, der viel Übung erfordert..“ lese ich in meinem „Meditation kann Jeder“-Ratgeber, der noch immer aufgeschlagen in der Küche liegt und mich kopfschüttelnd und ungläubig anstarrt.
„Jaaa, DU hast mir gerade noch gefehlt!“ werfe ich dem klugscheißerischen Buch gedanklich an den Kopf.
Ich schlage den „Feind in meiner Küche“ zu und komme mir unfassbar unfähig vor.
Ich weiß nun mal einfach nicht, wie das Ganze funktionieren, geschweige denn, was genau ich eigentlich machen soll.

Dabei wäre ich auch gern einer von diesen Menschen, die diese unfassbare Ausstrahlung haben, umgeben sind von einer leuchtenden Aura und ausgefüllt sind mit innerer Ruhe.

Doch tatsächlich, nach unzähligen gescheiterten Versuchen hatte ich zwei erleuchtende Momente, einen passenderweise während meiner Reise durch Indien.
(siehe „Mit „Oooooommmm“ und Bastmatte zur Meditation“ ) und den anderen, als mir jemand erklärte, dass es normal ist, wenn die Gedanken abschweifen und genau darin die Kunst besteht, seine Gedanken auf eine Sache so zu fokussieren, dass man sich selbst eben nicht mehr ablenkt.

Darauf aufbauend habe ich das System ENDLICH verstanden!
Um erfolgreich zu meditieren, brauche ich niemanden, der mir sagt, wie ich atmen soll.
Ich konzentriere mich auf einen Satz, ein Lied oder meine Füße und siehe da, es funktioniert.
Ich bin nur noch einen kleinen Meilenstein vom Nirvana entfernt und habe die gehässigen Atmungsratgeber dahin gepackt, wo sie hingehören: in den Bücherschrank..

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7 Antworten zu “Wie zum Teufel geht das denn nun mit dieser Meditation?

  1. Ich glaube auch nicht, dass man von einer CD das Meditieren lernen kann. es gibt viele Formen der Meditation und jeder muss wohl seine Art erst mal suchen und hoffentlich finden. In einer Gruppe zu meditieren bringt meistens, zumindest am Anfang, mehr, weil man dann eben nicht so einfach aufstehen kann und Tee kochen. Es gilt das Durchhalten zu üben. Hilfreich ist es auch, mal zu gucken, was das für Gedanken sind, die während Deiner Meditation auftauchen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Du mehrfach das Wort „verdammt“ nennst. Das zeigt eine gewisse Aggression. Eine mögliche Herangehensweise während der Meditation wäre zu überlegen: „Ich habe jetzt verdammt gedacht, wo kommt das her? Was ist so verdammt?“ Ganz sachlich dabei bleiben und schließlich den Gedanken los lassen. Das ist das Geheimnis der Meditation. Es ist nicht schlimm zu denken, wenn man meditiert. Wenn man seine Gedanken sachlich betrachtet, wird man schnell merken, dass sich die Gedanken schnell wieder verabschieden – um neuen Platz zu machen. Dann kehrt man zurück zum Atem, sachlich und bewusst. 2 oder 3 Atemzüge lang, das ist schon toll. Und das dann immer wieder, immer wieder. Wichtig ist es, durchzuhalten, nicht gleich unwillig aufzugeben. Mir hilft dabei eine Küchenuhr. 10 Minuten Meditation sind am Anfang gut. Das steigert sich mit der Zeit von ganz alleine. Und dann merkt man auch, dass man sich immer länger auf den Atem konzentrieren kann und die Gedanken weniger werden.
    Alles Gute
    Ulrike

  2. also auch wenn das mit der inneren Ruhe vielleicht noch nicht so klappt: die strahlende Aura hast du schon längst, mein Herz! :*

  3. Geht nicht? Klappt voll gut bei mir :p

  4. Ich kann Dich so gut verstehen… :)

  5. Ich sag ja…Ruhe und Achtsamkeit… :D

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