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10 Worte Nr. 8

Nach zwei Wochen Abstinenz steige ich wieder in das großartige Blogger-Projekt „10 Worte – eine Geschichte“ ein und habe aus den Wortvorgaben

•Sprache
•Schönheit
•Anerkennung
•Frieden
•Spätsommer
•Tee
•Kerzen
•Häckeldecke
•Wiedersehensfreude
•Wollkiste  

diese Geschichte kreiert:

„Die Sonne war gerade untergegangen und hatte den Himmel rosarot gefärbt, als sich Luna seufzend in den alten, beigefarbenen, knarzenden Ohrensessel ihrer Großmutter fallen ließ und die Füße auf die modrig riechende Wollkiste legte, die sie im Keller gefunden hatte.
Sie hatte sich eine Kanne Tee gekocht, Kerzen angezündet, sich fest in ihre Häkeldecke eingewickelt und blätterte nun zufrieden durch ihren neuen Roman.

Da der Herbst bereits kühlen Einzug gehalten, den Spätsommer vertrieben und die Kraniche in den Süden geschickt hatte, fand Luna endlich wieder die Zeit zum Lesen und zum ausgiebigen Entspannen.

Sie liebte diese Jahreszeit, die Schönheit der Natur, die mit ihren bunten Farben die Welt in diese warmen, wohligen Töne tauchte.
Eine Zeit der Ruhe und des Friedens, voller beruhigender Spaziergänge und voller stiller, melancholischer Abende, in denen sie sich in der wohligen Wärme des gemütlichen Zuhauses einnisten konnte.
Eine Zeit, in der die Welt sich nach aufregenden Sommermonaten wieder langsamer zu drehen beginnt und in der man sich, ebenso erschöpft wie die Natur selbst, zurückziehen und neue Energie tanken kann.

Das Buch, das sich Luna in Französisch gekauft hatte, dürfte einige schöne und ebenso schmerzhafte Erinnerungen an eine turbulente Zeit wecken, als sie zwei Jahre in Paris verbracht und scheinbar die Liebe ihres Lebens gefunden hatte, bis sie begriff, dass der Schein trügte.

Das Buch dürfte sie zudem eine Weile beschäftigen, denn ihre Kenntnisse dieser wohlklingenden Sprache waren mit der Zeit ein wenig eingerostet.
Während ihres Aufenthalts in Paris hatte sie stets die Anerkennung der Franzosen genossen, die begeistert darüber waren, wie gut sie die Sprache beherrschte.
Nun war es 13 Jahre her, dass sie, enttäuscht und verletzt, die Stadt der lügenreichen Liebe verlassen und auch dem Land und der Sprache den Rücken gekehrt hatte.
Nach all dieser Zeit war sie geheilt und bereit, sich der Stadt und dem Leben dort, frei von belastenden und trüben Gedanken, neu zu öffnen.
Die kribbelnd-prickelnde Wiedersehensfreude hatte sie bereits bei ihrem Entschluss, dauerhaft auszuwandern, gepackt.
Ähnlich wie man nach langen, eisigen und schneidenden Wintermonaten auf den Frühling schaut und sehnsüchtig den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen fiebert, blickte sie erwartungsvoll auf einen neuen Lebensabschnitt.

Mit diesen Gefühlen der tiefsten Zufriedenheit und des echten Glücks schlang Luna die Decke fester um sich und lächelte, als ihr Herz plötzlich und unerwartet aussetzte, zu schlagen aufhörte und der französische Roman ungelesen zu Boden glitt.“

10 Worte – Nr. 2

„Endlich ist wieder Sonntag!“
Nie hätte ich für möglich gehalten, dass ich einmal auch nur im Ansatz so etwas denken könnte.
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Der stürmische Anton

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Es neigt sich dem Ende zu.
Unaufhaltsam.
Obwohl eigentlich alles noch genauso ist, wie vor einer Woche, lassen sich die sicht-und spürbaren Veränderungen nicht mehr länger ausblenden.

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Rendezvous mit Fred

Heute traf ich mich mit Fred.
Ganz spontan und unerwartet.
So, wie es oft am Schönsten ist und großartig zu werden verspricht.

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10 Worte -unperfekt eingesetzt

Seit einiger Zeit besitzt mein Blog die Kategorie „fiktive Schriftstücke“.
Bis eben war sie leer.

Das Schreiben dieser Art war bisher nicht unbedingt meine Art und somit von geringer Motivation und vor allem wenig Inspiration geprägt.
Nun habe ich, innerhalb von 35 Minuten, eine -meine erste- Geschichte geschrieben, dank dem Blog
Westendstorie, der mich mit dieser unerwarteten Inspiration völlig überrumpelt hat.
Im positiven Sinne natürlich.

Das System: innerhalb kürzester Zeit, idealerweise in 25 Minuten, eine Geschichte zu schreiben, in der 10 vorgegebene Worte vorkommen müssen.
Diese sind:

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Mein zusammengeschustertes Resultat, das sich sicherlich an einigen Ecken über eine Überarbeitung freuen würde ist das:
:)
„Völlig verkatert von diesem widerlichen Edelweiß-Schnaps, den sie ein ums andere Glas in ihrer unbändigen Wut herunter gekippt hatte und mit einer ungerauchten Zigarette in der Hand verließ sie in der Morgendämmerung die Wohnung im 10. Stock.
Noch völlig benebelt von dieser absolut beschissenen Nacht, hatte sie sich in ihre Latzhose vom Vortag gepresst, in der ihr jeder permanent auf den Hintern glotzen musste.
Gestern hatte diese knappe Hose ihren Zweck erfüllt, heute war sie absolut hinderlich und keine besonders gute Tarnung. Während sie in ihrer Hosentasche nach Streichhölzern kramte, ging sie, versunken in ihren verwirrten Gedanken über die Straße in Richtung Brücke. Der Fahrer eines aus dem Nichts auftauchenden Porsches hupte wild und pfiff ihr hinterher. Sie ignorierte ihn.
Sie lehnte sich an die Brüstung, starrte auf den träge vor sich hin strömenden Fluss und zündete sich ihre Zigarette an. So eine gottverfluchte Scheiße.
Sommernachtstraum?!? Von wegen.
In die größte Katastrophe hatte sie sich da hinein katapultiert.
Am liebsten würde sie sich eine Machete schnappen und auf die ganzen Idioten losgehen.
Sie brauchte eine Lösung. Einen gut durchdachten Plan.
Am Besten wäre es, sie würde in den nächsten Flieger nach Indien steigen und sich dort in Ruhe mit ihren Racheplänen auseinandersetzen.
Eine kleine Intrige sollte die Idioten vorerst genug ablenken, bis sie sich eine langfristige Alternative überlegt hatte..“

„To be continued…“ würde ich sagen.
Noch reicht es nicht ganz für den Pulitzer Preis, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. ;)
Das Wichtigste aber ist: Es hat verdammt viel Spaß gemacht und ich freu mich schon jetzt auf die nächsten 10 Worte!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Nacht.