Schlagwort-Archive: Übung

10 Worte Nr. 4

Neue Runde, neue Geschichte mit neuen Worten.
Diese lauten diese Woche:

Vetternwirtschaft
Schirm
Ofenrohr
Acker
diffus
Ostblock
Kunstleder
Buddha
Biergarten
lecken

Hier ist meine Version:

Horst war müde, betrunken und auf dem Heimweg vom „Bayernglück“, einem Biergarten zwischen Tiefental und Höhenberg, in dem er sich mit den Winzern von Tiefental getroffen hatte, um das zukünftige Vorgehen zu besprechen.
Es regnete in Strömen und er hatte sich, bei seinem abrupten Aufbruch, wütend einen der übriggebliebenen Schirme geschnappt.
Er war rosa mit weißen Punkten.

Mit einem dicken, goldenen Buddha auf dem Shirt, der ihm bisher weder Erleuchtung noch Glück gebracht hatte, und einer Hose aus Kunstleder marschierte Horst mit seinem Schirm über einen längst vergessenen Acker irgendwo im Nirgendwo in einem kleinen Ort im Ostblock.
Er hatte keine Ahnung wo er war.
Offensichtlich hatte er die falsche Richtung eingeschlagen, denn Höhenberg hätte er längst erreichen müssen.

„Sollen die mich doch alle mal am Arsch lecken, mit ihrer gottverfluchten Vetternwirtschaft“ brüllte er wütend über die Weiten des Feldes und stolperte über ein achtlos weggeworfenes, rostiges Ofenrohr, das in dem diffusen Licht des anbrechenden Morgens nicht zu sehen war.

„Herrgott nochmal“ polterte er.
In nicht mehr allzu weiter Ferne konnte er einen schwachen Lichtschein ausmachen.
Eine Kneipe. Nun, zumindest ein trockenes Plätzchen, wo er sich in Ruhe sammeln konnte.
Das Ortsschild verriet ihm, dass er in Oberunterbach angekommen war.
Lebte hier nicht der sagenumwobene Goldfisch?
„Du meine Güte, da hab ich mich aber richtig verfranzt.“ dachte er sich, warf den lächerlichen Schirm in die nächste Ecke und betrat die Kneipe „Zum Strammen Max“.

Kaum hatte er die Dorfschänke betreten, kam eine attraktive Blondine auf ihn zu gestrichen. Sollte der Abend etwa doch noch zu einem guten Ende kommen?

„Was verschlägt dich denn hier her Sweetie“, säuselte sie, wie die Nutten in einem amerikanischen Wildwestfilm und strich wie eine rollige Katze um ihn herum.

„Couchsurfing“ antwortete er, weil ihm gerade nichts besseres einfiel.
….

Es ist ein weiterer Teil der Geschichte „Der Goldfisch von Oberunterbach“ geworden, nur aus einem anderen Blickwinkel… :)

10 Worte – Nr. 3

Es ist wieder soweit:
10 Worte. Eine Geschichte.
Runde 3.

Dieses Mal gab es Wortvorgaben (Danke lieber Zolaski ;) ), die die „Tapetenabschlusskante“ der Vorwoche in ihrem Schwierigkeitsgrad noch übertroffen haben und ich musste tatsächlich ein längeres Weilchen nachdenken, bevor ich auf dem Touchscreen lostippen konnte.

Eine tolle Herausforderung!:)

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10 Worte – Nr. 2

„Endlich ist wieder Sonntag!“
Nie hätte ich für möglich gehalten, dass ich einmal auch nur im Ansatz so etwas denken könnte.
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Rendezvous mit Fred

Heute traf ich mich mit Fred.
Ganz spontan und unerwartet.
So, wie es oft am Schönsten ist und großartig zu werden verspricht.

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10 Worte -unperfekt eingesetzt

Seit einiger Zeit besitzt mein Blog die Kategorie „fiktive Schriftstücke“.
Bis eben war sie leer.

Das Schreiben dieser Art war bisher nicht unbedingt meine Art und somit von geringer Motivation und vor allem wenig Inspiration geprägt.
Nun habe ich, innerhalb von 35 Minuten, eine -meine erste- Geschichte geschrieben, dank dem Blog
Westendstorie, der mich mit dieser unerwarteten Inspiration völlig überrumpelt hat.
Im positiven Sinne natürlich.

Das System: innerhalb kürzester Zeit, idealerweise in 25 Minuten, eine Geschichte zu schreiben, in der 10 vorgegebene Worte vorkommen müssen.
Diese sind:

image
Mein zusammengeschustertes Resultat, das sich sicherlich an einigen Ecken über eine Überarbeitung freuen würde ist das:
:)
„Völlig verkatert von diesem widerlichen Edelweiß-Schnaps, den sie ein ums andere Glas in ihrer unbändigen Wut herunter gekippt hatte und mit einer ungerauchten Zigarette in der Hand verließ sie in der Morgendämmerung die Wohnung im 10. Stock.
Noch völlig benebelt von dieser absolut beschissenen Nacht, hatte sie sich in ihre Latzhose vom Vortag gepresst, in der ihr jeder permanent auf den Hintern glotzen musste.
Gestern hatte diese knappe Hose ihren Zweck erfüllt, heute war sie absolut hinderlich und keine besonders gute Tarnung. Während sie in ihrer Hosentasche nach Streichhölzern kramte, ging sie, versunken in ihren verwirrten Gedanken über die Straße in Richtung Brücke. Der Fahrer eines aus dem Nichts auftauchenden Porsches hupte wild und pfiff ihr hinterher. Sie ignorierte ihn.
Sie lehnte sich an die Brüstung, starrte auf den träge vor sich hin strömenden Fluss und zündete sich ihre Zigarette an. So eine gottverfluchte Scheiße.
Sommernachtstraum?!? Von wegen.
In die größte Katastrophe hatte sie sich da hinein katapultiert.
Am liebsten würde sie sich eine Machete schnappen und auf die ganzen Idioten losgehen.
Sie brauchte eine Lösung. Einen gut durchdachten Plan.
Am Besten wäre es, sie würde in den nächsten Flieger nach Indien steigen und sich dort in Ruhe mit ihren Racheplänen auseinandersetzen.
Eine kleine Intrige sollte die Idioten vorerst genug ablenken, bis sie sich eine langfristige Alternative überlegt hatte..“

„To be continued…“ würde ich sagen.
Noch reicht es nicht ganz für den Pulitzer Preis, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. ;)
Das Wichtigste aber ist: Es hat verdammt viel Spaß gemacht und ich freu mich schon jetzt auf die nächsten 10 Worte!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Nacht.